Mein Jahresbeginn 2022:

Omikron, Erdbeben & Antibiotika

Mein Jahr 2022 fing mit einigen Herausforderungen an. Und da es gerade vielen Menschen so geht, dachte ich mir, ich erzähle dir ein wenig von meinen Erlebnissen.

Von Katzen, Erdbeben und Omikron

Alles begann Anfang Januar damit, dass sich mein kleines Findelkind (eine Katze, die mir zugelaufen ist) nachts im Bett erbrochen hat. 

In der darauffolgenden Nacht erschütterte eines der stärksten Erdbeben der zypriotischen Geschichte die Insel. Zugegeben: Es gab inselweit außer etwas zerbrochenem Glas keine Schäden, doch eine 6,3 auf der Richterskala fühlte sich für mein allererstes Erdbeben schon ganz schön heftig an.

In der dritten Nacht wurde ich das erste Mal seit einer Grippe im Januar 2018 wieder krank – erste, leichte corona-typische Symptome zeigten sich und schnell wurde mir klar: Ja, ich hab’s.

Interessanterweise fielen mir in dem Moment all die Schlagzeilen der vergangenen 2 Jahre wieder ein. All die Schreckensmeldungen, die mich bis dahin nicht wirklich beunruhigt hatten, da ich auf die Kraft meines Immunsystems und auf mein Wissen vertraute.

Angst machte sich breit

Doch plötzlich war da Angst. Was, wenn mein Körper, der so viele Jahre chronisch krank war und in 2021 durch eine sehr stressreiche Phase gegangen ist, es nicht allein schafft? Was, wenn ich hier auf Zypern in ein Krankenhaus muss? Ich glaube, das Virus selbst bringt auch nochmal all die Ängste der Menschen mit in seinem Gepäck. Es wurde ganz schön laut in meinem Kopf und meine Gefühle überschlugen sich.

Getreu meiner Struktur „wenn schon, denn schon“ entwickelte ich zusätzlich zu Corona ohne den ‚normalen‘ Weg über eine Blasenentzündung direkt eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung. Da ich damit vor vielen Jahren schon einmal Bekanntschaft machen durfte, wusste ich, dass bei einem solchen Infektionsfortschritt und in so einem Gesamtzustand nur noch Antibiotika helfen können, Schlimmeres zu verhindern – und das taten sie dann auch sofort. Doch war es für mich alles andere als leicht, sie zu nehmen, denn als Kind bekam ich so viel davon, dass ich jahrzehntelang mit den Folgen zu kämpfen hatte.

Was mir half, Corona & Nierenbeckenentzündung entspannter zu meistern

Die bereits vorhandene Angst stieg im ersten Moment schier ins schwer Aushaltbare. Corona, Nierenbeckenentzündung, Antibiotika, extreme Kraftlosigkeit – und das alles in einem anderen Land mit nicht ganz so hochwertigem Gesundheitssystem.

Und dann sagte ein sehr weiser Lieblingsmensch zu mir: „Anika, du hast so viel Wissen, Erfahrung und Tools an der Hand, wenn es um das Thema Gesundheit geht. Du und dein Körper habt schon so vieles gemeistert und bewiesen, dass ihr als Einheit stark seid. Warum solltet ihr jetzt scheitern?“

Ich konnte dadurch plötzlich wieder das tiefe Vertrauen in mir spüren, das uns allen innewohnt, dass ich machtvoll und stark bin und Herausforderungen überwinden kann. Warum? Weil ich „Beweise“ dafür in meiner Vergangenheit fand. Wir wären nicht hier, hätten wir nicht all unsere Herausforderungen gemeistert. 

Wieder ins Vertrauen finden

Ich konnte die Liebe und Dankbarkeit für meinen Körper spüren und fühlte das starke Bedürfnis, ihn so gut wie möglich zu unterstützen und nicht mit festsitzenden, belastenden Gedanken und Emotionen zusätzlich zu belasten.

Ich konnte der Erfahrung zustimmen, 2022 anders zu beginnen, als geplant sowie der Erfahrung von Krankheit, Trauma, Angst, Schwäche, Verzweiflung und Chaos. Ich konnte mich dem Leben mit all seinen Erfahrungen hingeben – auch diesen, die sich nicht so gut anfühlen.

Ich konnte plötzlich auch den Erfahrungen aus 2021 zustimmen und endlich vollständig annehmen, dass ich durch Scheidung, Veränderungen und Überarbeitung ausgebrannt war und auch mein Körper wieder Symptome von Überlastung zeigte.

Ich konnte all dem zustimmen und gleichzeitig anerkennen, dass ich in mir über alles verfüge, um die Herausforderungen zu meistern. 

Ich hatte schon seit einigen Monaten meine persönliche Corona-Apotheke mit hilfreichen Supplementen und Medikamenten für einen eventuellen Krankheitsfall im Haus. Ich wusste genau, welche Lebensmittel ich unterstützend einsetzen kann und wie ich meinem Körper die bestmögliche Ruhe schenke. Ich kannte meine Lieblingstools, um Verstand, Geist und Emotionen zu beruhigen und so ein bestmögliches Milieu für Heilung zu schaffen.

Und all das funktionierte – ich erholte mich von Corona und der Nierenbeckenentzündung und habe inzwischen wieder das Energielevel wie zuvor (das gewiss durch gute Pflege und Erholung von den vergangenen Monaten noch weiter steigen wird).

Was wir aus solchen Erfahrungen lernen können

Unser Leben verläuft nicht im Gleichklang, sondern in einem unsteten Rhythmus. Es geht auf und ab, auf und ab. Natürlich möchten wir am liebsten nur die Erfahrungen machen, die sich gut anfühlen. Doch Menschsein ist ein ganzheitliches Erlebnis. Hinzukommt unsere freie Bewertung und nicht selten ordnen wir Situationen und Erlebnisse deutlich negativer ein, als sie für uns sein müssten.

Es ist okay, auch mal Angst zu haben. Es ist okay, zunächst einmal alles doof zu finden. Doch wir sollten diese Gefühle und Zustände wahrnehmen, gezielt daran arbeiten und sie nutzen, um uns zu wandeln (viele kleine ichWandel…), anstatt in ihnen zu verharren und damit in einer chronischen Belastung festzustecken. 

Es klingt vielleicht plakativ, aber ich bin heute dankbar für die Erfahrung Corona & Nierenbeckenentzündung. Der weise Lieblingsmensch sagte: „Hey, du hast jetzt ein Upgrade im Immunsystem, das ist doch super.“ – und genauso fühle ich mich. Es gab ein Upgrade für mich, im Erkennen und Annehmen, im Loslassen und Neubeginnen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass auch du den Zugang zu diesem tiefen Vertrauen in dir findest, dass du Herausforderungen gleich welcher Art zu meistern im Stande bist. Ich werde versuchen, dich hier bei ichWandel dabei zu unterstützen.